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Romaniacs 2010

Ein Tag Prolog bei Regen, vier Renntage bei Regen: Die Red Bull Romaniacs sind bekanntlich bei trockenen Bedingungen schon grenzwertig, aber bei diesen Verhältnissen nahezu unfahrbar.



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News

(Regen-)Hölle auf Erden

Letti beim Spielen
Letti beim Trainieren einen Tag vor dem Prolog

Red Bull Romaniacs 2010
Sibiu, Rumänien
26. – 30. Juni 2010

Zum siebten Mal traf sich die Weltelite des Extrem-Enduro im rumänischen Sibiu (Herrmannstadt), um sich über fünf Tage den streckentechnischen Gemeinheiten einer der weltweit härtesten Extrem-Enduro Rallyes in den Karpaten zu stellen. Nach dem gleichsam legendären wie spektakulären Incity-Prolog folgten vier bis zu 260km lange Etappen, welche auch die Fahrer der Pro-Klasse an ihre physischen und mentalen Grenzen führen sollten.

Dominiert wurden sowohl der Prolog als auch die die gesamten vier Offroad-Renntage – zum Leidwesen der Fahrer aller Klassen – vom nahezu unausgesetzten Regen, der die ohnehin schon äußerst anspruchsvollen Strecken zu einer Schlammschlacht sondergleichen machte. In der Nacht vor dem Prolog, bei dem die Fahrer über einen Parcours künstlich errichteter Hindernisse aus Steine, Holz, Reifen, Autos und LKW-Anhängern fahren müssen, hatte der Regen eingesetzt und sollte bis zum vierten und letzten Renntag nur von wenigen sonnigen Intervallen unterbrochen werden.

 

Der BMW Husqvarna Pilot Andreas "Letti" Lettenbichler war als Titelverteidiger angetreten und erreichte einen guten vierten Platz im Prolog, bei dem die Startplätze für den folgenden ersten Renntag ermittelt werden: "Ganz am Anfang bin ich mit dem Hinterreifen zwischen den Baumstämmen hängengeblieben und habe mich dann noch von ganz hinten auf den vierten Platz vorgearbeitet. Aus dem Vorjahr weiß ich, daß Startnummer vier nicht nachteilig ist."

 

Der Regen machte bereits den ersten Renntag zur höllischen Tortur. Tiefste Böden, Auffahren ohne Grip und halsbrecherische Abfahrten auf regennassem Gras forderten selbst den austrainierten Piloten der Pro-Klasse neben äußerster körperlicher Fitneß extrem hohe Risikobereitschaft ab. Letti holte sich bei einem Sturz fast schon folgerichtig die erste Verletzung ab. Laut erster Auskunft der Rennärzte lag am Abend des ersten Renntages eine angebrochene Rippe vor. Gemäß seines Mottos "Never ever give up" biß Letti die Zähne zusammen und kämpfte sich in bewundernswerter Manier durch die folgenden drei Renntage. Derart lädiert ließ er am zweiten Renntag einen Husarenritt folgen, der seinen Mitstreitern allen Respekt abforderte, denn Lettenbichler gewann den zweiten Renntag mit einem Vorsprung von gut 24 Minuten auf den Zweiten Paul Bolton. Die – wiederum verregneten – Renntage drei und vier beendete der Kiefersfeldener auf dem dritten und vierten Platz.

 

"Im Prolog habe ich mit dem vierten Platz wie im letzten Jahr wieder eine gute Ausgangsposition gehabt. In der Veranstaltung gab es neben den äußerst schlechten Witterungsbedingungen einige Probleme. Alle Fahrer haben sich Tag für Tag abgekämpft. Der erste Renntag war bei diesen Verhältnissen einfach zu lang und die schwierigsten Passagen haben uns Fahrer schon am ersten Tag schon so kaputtgemacht und fast alle Fahrer haben neben der Erschöpfung durch den tiefen und rutschigen Boden Blessuren mitgenommen, die man über die restlichen Tage nicht einfach abschütteln konnte. Ich bin normalerweise nicht zimperlich, aber Spaß hat das in diesen Tagen sicher nicht gemacht. Trocken wären die meisten Passagen sicherlich fahrbar gewesen, aber bei diesen Verhältnissen hätte man insbesondere einige steilste Auf- und Abfahrten streichen sollen. Alles in allem bin ich zufrieden, daß ich das Motorrad, das auch bei diesen Bedingungen ohne Probleme funktioniert hat, auf dem dritten Platz fahren konnte."

 

Endergebnis Red Bull Romaniacs

PRO-CLASS nach Tag 4:

 

1.BIRCH Chris (NZL, KTM) 28:17:31 Stunden Gesamtfahrzeit

2.JARVIS Graham (UK, Sherco) 28:46:12

3. LETTENBICHLER Andreas (GER,BMW) 29:18:29

4. BOLTON Paul (UK, KTM) 29:52:12

5. GUTZEIT Jade (RSA, KTM) 30:21:32

6. SEYDOUX Lionel (CH, KTM) 33:21:58

7. FORSTER Gerhard (GER,BMW) 35:47:18

8. CURTIS Darryl (RSA, KTM) 40:06:41

9. GYENES Emanuel (ROM, KTM) 42:10:59

10. BRANDAUER Erich (AUT, Husaberg) 42:36:54

ERZBERG 2010

Letti im Ziel © Jonty Edmunds
Letti im Ziel (© Jonty Edmunds)

Andreas Lettenbichler markierte für das Team BMW Husqvarna Motorsport den hervorragenden zweiten Platz beim abschließenden Hare Scramble des Erzberg Rodeo 2010. Er zeigte vom Start weg eine hervorragende Leistung und stellte seine BMW G 450 X nach dem extrem schwierigen Rennen auf die zweite Stufe des Siegerpodestes, nachdem er die zermürbende Renndistanz nach nur knapp zwei Stunden bewältigt hatte. “Letti” musste sich nur dem viermaligen Erzberg-Sieger Taddy Balzusiak (Polen) geschlagen geben. Insgesamt schafften es von den 500 Startern nur 16 ins Ziel.

Lettenbichler hatte sich als Neunter beim Prolog qualifiziert und sich damit den enorm wichtigen Platz in der ersten Startreihe für das abschließende Hare Scramble gesichert. Allerdings erschwischte er dann keinen besonders guten Start und wurde zunächst von undurchdringlichem Staub behindert. Nach der Hälfte des Rennens hatte er sich aber bereits auf den dritten Platz vorgekämpft. Im Wissen, dass die Chancen, Blazusiak noch abzufangen, gering waren, fuhr er ab diesem Zeitpunkt sein eigenes Tempo und kämpfte sich durch die nahezu unpassierbaren Klettersektionen.
Der BMW-Profi erwies sich einmal mehr als einer der stärksten Extrem-Spezialisten weltweit. Zum dritten Mal eroberte er den zweiten Platz am Erzberg und zeigte sich am Ende mit seiner Leistung mehr als zufrieden.

Andreas Lettenbichler: “Ich habe den Start richtig verhauen, und damit habe ich es mir selber schwer gemacht, weil ich danach mitten im Staub steckte. Deshalb konnte ich in der ersten Sektion gar nicht angreifen und musste sehr vorsichtig fahren, während die Jungs an der Spitze richtig Gas geben konnten. Danach fuhr ich allerdings zunächst, so schnell ich konnte. Beim ersten Checkpoint war ich glaube ich bereits Dritter hinter Graham Jarvis und vor Dougie Lampkin. Nach dem zweiten Check stürzte ich und verlor einiges an Zeit. Dadurch gingen Graham und Dougie wieder an mir vorbei. Ich fuhr danach mein eigenes Rennen und versuchte, möglichst fehlerfrei zu bleiben. Ich empfand das diesjährige Rennen etwas härter als letztes Jahr, vor allem wegen der neuen Sektionen. Der zweite Teil der Strecke war richtig schwer – wie jedes Jahr. Auch mit einem besseren Start hätte ich aber wohl kaum gewinnen können. Taddy war einfach unglaublich schnell. Ich bin mehr als glücklich mit meinem zweiten Platz. Ich bin gut gefahren und mein Bike funktionierte einfach nur unglaublich gut. Es war hart, aber ein tolles Rennen, ich hab es sehr genossen.”

Ergebnis – Erzberg Rodeo 2010, Red Bull Hare Scramble:

1.Taddy Blazusiak (KTM) 1.45:43
2.Andreas Lettenbichler (BMW Husqvarna Motorsport) 1.56:26
3.Dougie Lampkin (Beta) 2.02:26


Hell´s Gate 2010

Letti @ Hell´s Gate
Schmaler Grat

Andreas Lettenbichler, Extremenduro-Spezialist des Teams BMW Motorrad Motorsport, verpasste das Podium des 6. Hell's Gate Extrem-Enduro in der italienischen Toskana ausgesprochen knapp. Er war der letzte Fahrer, der in der letzten Runde des Ausscheidungs-Rennens die Segel streichen musste.

Bei seinem ersten internationalen Einsatz des Jahres 2010 tat sich „Letti“ beim schwierigen Fünf-Stunden-Qualifying noch relativ leicht. Er belegte hier in der Summe der Qualifikations-Sonderprüfungen hinter dem Polen Taddy Blazusiak und dem Briten Graham Jarvis den dritten Rang, bevor es an die echte erste Standortbestimmung des neuen Jahres im Hauptrennen ging.

Schon beim Start am Morgen war klar geworden, dass die 2010er Ausgabe des Hell's Gate extrem schwierig werden würde; Lettenbichler zeigte sich aber relativ unbeeindruckt von den fast unfahrbaren Streckenbedingungen und beendete die Vier-Runden-Qualifikation auf seiner BMW G 450 X in der Addition nur 38 Sekunden hinter Blazusiak und 11 Sekunden hinter Jarvis. Bei zwei der Spezialtests landete Letti auf dem zweiten Platz, bei einem weiteren auf dem dritten und sicherte sich damit einen Platz in der ersten Startreihe des zermürbenden Hauptrennens.

Im Hauptrennen rangierte der BMW-Werksfahrer nach einem guten Start zunächst auf der vierten Position. Allerdings erwiesen sich einige Passagen wegen vereister Felsen und Wurzeln als unfahrbar. Frustriert musste Letti immer wieder seine Maschine abstellen und zusehen, wie die Fahrer vor ihm einer nach dem anderen von Helfern eine schwierige Felsenauffahrt hinauf gezerrt wurden. Lettenbichler gab alles, um sich auf den dritten Platz vorzuschieben, den er auch bis zum Ende des Rennens hielt. Am Ende wurde Lettenbichler wegen Zeitüberschreitung nicht offiziell als „Finisher“ in der Ergebnisliste geführt. Letti war allerdings neben den beiden Briten der einzige Fahrer, der es bis in die dritte und vierte Runde schaffte.

Auch der Österreicher Rudi Pöschl fuhr mit seiner BMW G 450 X ein tolles Ergebnis ein. Der von BMW Motorrad und Speedbrain unterstützte Fahrer lag bei seinem ersten Hell's Gate bis zur Überschreitung des 40-Minuten-Zeitlimits auf dem 8. Platz.

Andreas Lettenbichler: “Das Qualifying am Morgen lief ganz gut für mich. Man weiß natürlich, wenn man bei einem Event wie dem Hell's Gate antritt, dass es schwer wird. Deshalb setzt man möglichst wenig Energie beim Qualifying ein. Ich hatte einige gute Sonderprüfungen und fand gute Linien. Als Dritter hinter Blazusiak und Jarvis zu liegen, ließ auf mehr hoffen. Das bedeutete allerdings nicht mehr viel, als es in das Hauptrennen ging. Ich denke, das war dieses Jahr einfach zu schwer. Die meisten Fahrer, mit denen ich gesprochen habe, sagten dasselbe. Es ist nicht unbedingt toll, wenn nur zwei Fahrer ins Ziel kommen. Wie auch immer, ich fand ganz gut ins Rennen und freute mich darauf. Es gab dann allerdings Sektionen, wo Du dein Bike nicht fahren konntest und warten musstest, bis dich jemand mit dem Seil hinauf zieht. Es gab keine andere Möglichkeit, als einfach nur zu warten. Oben angekommen waren die Fahrer vor dir schon lange weg. Ich war nach der ersten Runde Vierter und schob mich dann einen Platz vor. Ich weiß, dass ich Dritter war und letzter Fahrer im Rennen, als es in die dritte Runde ging. Es ist natürlich schwer, unter diesen Umständen motiviert zu bleiben. Auch in die vierte Runde startete ich als Dritter. Weil ich aber zu weit hinter den beiden Führenden lag, nahm mich der Veranstalter irgendwann aus der Wertung. Das ist natürlich ziemlich enttäuschend; sehr positiv ist allerdings, dass ich am Morgen den dritten Platz einfahren konnte und dann der dritte Fahrer im Finale war."

Ergebnisse – Hell’s Gate ‘10
Morning Enduro (Stage 1)

1.Taddy Blazusiak (KTM) 34.02:70; 2. Graham Jarvis (Sherco) 34.30:22; 3. Andreas Lettenbichler (BMW Motorrad Motorsport) 34.41.15; 4. Dougie Lampkin (Beta) 36.19.70; 5. Cory Graffunder (Husqvarna) 36.40:89; 6. Xavi Galindo (Husaberg) 36.48:86; 7. Mikael Vukcevic (Sherco) 37.43:43; 8. Chris Birch (KTM) 38.11:54; 9. Daniele Maurino (Gas Gas) 39.47:82; 10. Daniel Gibert (Sherco) 40:00.05…13. Rudolf Pöschl (BMW) 40.23:44

Roof of Africa: Husarenritt an Tag 2 und Pech an Tag 3

Letti @ Roof of Africa
Lettis Husarenritt (© Hubert Stanka, BABOONS)

Lesotho, 28. Nov. 2009 Im Time Trial des ersten Renntags hatte ich ja durch einen Navigationsfehler eine satte Zeitstrafe von einer Stunde erhalten, sodaß ich am zweiten Renntag vom Startplatz 105 (!) aus ins Rennen ging. Ich habe mich dann also "etwas anstrengen müssen", konnte von den 104 vor mir Fahrenden 103 überholen und bin als Zweiter nach Chris Birch ins Ziel gekommen. Es könnte ja einfach auch gehen, aber ... das sollte diesmal wohl nicht sein. Insgesamt waren wir gestern gute 10 Stunden auf dem von von 220 auf 160km gekürzt Track unterwegs, da könnt Ihr Euch vorstellen, wie das Gelände war - und bei 35 Grad im Schatten bringt Dich das schnell an Deine körperlichen Grenzen. Man hatte wohl nicht richtig absehen können, wie lange man für den Track brauchen würde, was in dieser Form eigentlich nicht vorkommen sollte.


Der Chris Birch hat sich dann heute, am dritten und letzten Renntag, einmal ca. anderthalb Stunden verfahren, aber dann einen Restart bekommen, weil an einer bestimmten Stelle zu dem Zeitpunkt wohl kein Marschall stand. Wir haben zwar GPS, aber sei's drum.


Heute bin ich wieder recht schnell unterwegs gewesen, aber ca. 10km vor dem Ziel mit einem technischen Defekt liegengeblieben. Ein Stein hatte ein Leck im Motorblock geschlagen und ich hatte nur noch sehr wenig Öl, als ich das bemerkte. Wir haben dann versucht, das irgendwie zu flicken, was aber leider nicht mehr in der Zeit geklappt hat. Nach der gestrigen Aufholjagd ist das natürlich eine riesige Enttäuschung.


Organisatorisch war die Streckenführung und der Track teilweise schon recht hackelig und unklar, ich hoffe, daß das nächstes Jahr besser wird und ich ohne Fehler und technische Probleme dann auf dem Podium ganz oben ankomme.


Morgen geht es wieder zurück in die Heimat und dann fängt die Vorbereitung für das Tough One im Januar schon los.

Tag 1 bei der Roof of Africa

Letti @ Roof of Africa
Letti in Action (© Hubert Stanka, BABOONS)

Lesotho, 26. Nov. 2009 Nach meinem Triumph bei der Red Bull Romaniacs ist die Roof of Africa, vom Veranstalter auch "The Mother of Hardenduro" genannt, das nächste Rennen in meinem Kalender. Ich war bereits am vergangenen Samstag angereist, um noch ein paar Tage vor Ort trainieren und die Verhältnisse studieren zu können. Denn die Roof of Africa findet in Lesotho statt und somit ist die Anreise etwas aufwendiger. Ich werde nach jedem der drei Renntag hier auf meiner Website berichten.

Heute morgen ging es dann mit dem 'Round the Houses' los. Man muß die 3,6km lange Asphalt-Runde dreimal fahren. Den Holeshot konnte ich schießen, danach konnten mich die Zweitakter aber auf einer langen Gerade einholen und Lokalmatador Darryl Curtis und (Vorjahresgesamtsieger) Chris Birch sind an mir vorbeigezogen. Darryl konnte ich mir jedoch wieder schnappen, sodaß ich als Zweiter hinter dem Birchy ins Ziel kam.

Das bedeutete dann auch die zweite Position für den Time Trial heute. Wer sich die Streckenführung des Time Trials mal anschauen mag, kann das hier tun. Vom Terrain her ist Lesotho ein einziges riesiges Endurogelände, traumhaft zu fahren, Steine, Berge und Wiesen. Nach dem Start bin ich dann auf Sichtkontakt zum Birch gefahren und etwa nach einer halben Stunde ist mir dann eins meiner beiden GPS-Geräte ausgefallen, was richtig Sch.... war. Das noch intakte GPS hat die Fahrtrichtung immer nach Norden gezeigt, was mich dann ziemlich verwirrt hat. Kurze Zeit später bin ich bei einer Markierung nach rechts statt nach links gefahren, obwohl die Strecke ínsgesamt eigentlich gut markiert war. Durch diesen Fehler habe ich wohl ohne es zu wollen gute 10km weniger gefahren, was wird mir wohl eine satte Zeistrafe einbringen wird. Es waren aber auch ein paar wirklich grenzwertige Loops dabei, bei denen man teils sogar wieder gegen die Strecke fahren mußte. Doch den Fehler habe ich gemacht, weil ich mir ein neues GPS gekauft und mich vor dem Rennen nicht 100%-ig damit vertraut gemacht habe.

Denn werde ich das Feld morgen halt von hinten aufrollen müssen, es stehen ca. 220km an und man sagt, daß die Etappe morgen ziemlich schwer werden soll. Und ich hoffe, daß es ziemlich schwer wird, denn dann kann ich in den anspruchsvollen Passagen vielleicht wieder einige Zeit gutmachen. Es ist hier sehr heiß, über 30 Grad haben wir und wenn die Strecke nicht wirklich schwer wird, dann muß ich echtes Glück haben, um nochmal an die Spitze ranzukommen. Chris Birch, Jade Gutzeit, Darryl Curtis und die anderen schlafen ja auch nicht, aber ich werde alles aus mir herauspressen, das mache ich ja eh immer.

Triumph bei der Red Bull Romaniacs

Andreas Lettenbichler triumphiert bei der Red Bull Romaniacs

Die Weltelite aus dem Bereich Extrem-Enduro, ein legendärer City Prolog, vier Renntage in den Karpaten mit steilsten Auf- und Abfahrten, schnellen Abschnitten im Stil einer Rallye, kniffligen und selektiven Single-Trails in dunklen Wäldern und zum Abschluss noch ein Husarenritt auf das Dach eines fünfstöckigen Gebäudes in der Innenstadt von Sibiu - das sind die wichtigsten Zutaten zu einem der härtesten Extrem-Enduro Events der Welt, der Red Bull Romaniacs. Die 2009-er Ausgabe dieser Kult-Veranstaltung, die gestern Abend zu Ende ging, dominierte am Ende nur noch ein Mann: Andreas Lettenbichler auf seiner BMW G 450 X, Werksfahrer für das Team BMW Motorrad Motorsport.

Als Neuling bei der Romaniacs stellte sich „Letti“ der Herausforderung gemeinsam mit seinem erfahrenen Teamkollegen Gerhard Forster, der sich im Herzen Rumäniens bereits zweimal als Gesamtzweiter in die Siegerliste einbrennen konnte. Die ungewöhnlichen Zutaten haben dem sympathischen Newcomer aus Bayern offenbar ausgesprochen gut geschmeckt, denn nach insgesamt gut 800 Kilometern in den Karpaten triumphierte er am Ende klar über die staunende Weltklasse-Konkurrenz. „Ich bin zuvor noch nie solch eine Rallye gefahren, kannte mich mit dem Navigieren überhaupt nicht aus und musste mich in das Rennen erst einmal einarbeiten. Es hat aber nicht lange gedauert, bis ich meinen Rhythmus fand und meinen Speed fahren konnte. Dass ich es dann geschafft habe, mit Cyril Despres mitzuhalten, der ja immerhin zweifacher Dakar-Sieger ist, hätte ich mir vorher nicht träumen lassen. Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel, meine Maschine hat während des gesamten Rennens sowohl in den extrem schnellen als auch in den vielen technisch anspruchsvollen Teilstücken problemlos funktioniert, und ich bin jetzt einfach nur überglücklich“, so Lettenbichler direkt nach seiner Zieldurchfahrt.

Nach dem dritten von vier Renntagen hatte der Kiefersfeldner in der Gesamtwertung noch enge 14 Sekunden Rückstand auf den Führenden Despres gehabt. Somit wurde der letzte Renntag zum Showdown zwischen diesen beiden. Anfangs führte Despres noch, doch in einer extrem langen und steilen Auffahrt zeigte der Trial erfahrene „Letti“ nicht nur sein Können, sondern auch einen unbändigen Willen. Diese brutale Steilwand wurde zur Schlüsselstelle der diesjährigen Romaniacs, denn Despres nahm sie erst gar nicht in Angriff und bekam dafür eine saftige Zeitstrafe aufgebrummt. Von da an musste der BMW-Werksfahrer die Etappe nur noch sicher ins Ziel bringen, um am Ende mit fast einer Stunde Vorsprung vor dem Neuseeländer Chris Birch durch den Zielbogen zu sprinten.
Für das Team BMW Motorrad Motorsport ist der Sieg von Andreas Lettenbichler eine Bestätigung der Arbeit und verspricht noch einen weiteren Höhepunkt in diesem Jahr. Bei der ebenso legendären Roof of Africa in Lesotho, Südafrika, wird Lettenbichler Ende November einen weiteren Angriff auf die Krone des Extrem-Enduro starten.

Gesamtergebnis Red Bull Romaniacs 2009
1. Andreas Lettenbichler (GER) BMW Motorrad Motorsport, 20:29:11 Stunden Gesamtfahrzeit
2. Chris Birch (NZL) KTM, 21:21:01
3. Cyril Despres (AND) KTM, 22:11:25
4. Lionel Seydoux (CH) KTM, 22:55:18
5. Paul Bolton (GBR) KTM, 23:38:05
6. Darryl Curtis (RSA) KTM, 23:41:36
7. Melcior Faja Beltran (ESP) GasGas, 23:55:51
8. Erich Brandauer (AUT), 25:04:24
9. Shane Cuthbertson (CAN) Husaberg, 25:20:55
10. Dieter Happ (AUT) Husaberg, 25:42:55

ERZBERG 2009 Mensch und Maschine am Limit!

Letti“ kämpfte sich für BMW aufs Podium

Nicht nur beim Lauf zur Enduro-WM in Finnland feierte die Offroad-Abteilung des Teams BMW Motorrad Motorsport am vergangenen Wochenende sportliche Erfolge, auch beim legendären Erzbergrodeo in Eisenerz, Österreich, stand mit Andreas Lettenbichler beim abschließenden HareScramble ein BMW-Werksfahrer auf dem Podium.
„Letti“ war bereits beim erstmals ausgetragenen „Rocket Ride“ erfolgreich. Bei diesem Steilhangrennen, das nach einer Qualifikation im K.O.-System ausgetragen wird, erkämpfte er sich zunächst die Teilnahme am Superfinale, um sich dort mit seiner BMW G 450X den zweiten Platz zu sichern.
Beim Prolog am Samstag ging es für ihn und seinen Teamkameraden Gerhard Forster nur um einen guten Startplatzes für den abschließenden HareScramble, der weltweit als härtestes Eintages-Extrem-Enduro gilt. Mit den Plätzen 13 und 19 unter insgesamt rund 1500 Startern gelang dies perfekt.
Beim abschließenden spektakulären Extrem-Rennen rund um den riesigen Eisenerz-Berg nahm Lettenbichler beim Start zunächst als Erster das Rennen auf, wurde dann allerdings von einigen Fahrern überholt. In einem wahren Staubchaos wurde der 34-jährige Rosenheimer von einem anderen Fahrer bereits in der ersten Abfahrt von hinten umgerissen. Zu allem Überfluss verhedderten sich dabei auch noch die Motorräder. Danach war erst einmal eine Aufholjagd angesagt. Schnell fand sich „Letti“ wieder auf Rang drei, konnte sich dann in einem rutschigen Waldstück sogar auf den 2. Platz vorschieben. „Da hat sich wieder einmal die super Traktion meines Bikes bewährt“, so Lettenbichler.
In den extrem felsigen Passagen ließ der Extremspezialist danach einige Trial-Profis ziehen. Das war die richtige Entscheidung, wie sich später herausstellte, denn mehrere dieser Fahrer kollabierten bei Außentemperaturen über 30 Grad, während Lettenbichler immer wieder pausierte und sein eigenes Tempo fuhr. „Das war wirklich heftig hier. Es gab sehr viele Felsauffahrten und viele neue Streckenabschnitte. Da gab es keine Spur, nur Zerren und Schleppen.“ Der Rosenheimer holte so wieder auf und erkämpfte sich am Ende den dritten Platz auf dem Treppchen hinter dem Polen Taddy Blazusiak und dem Briten Graham Jarvis.
„Letti“ zeigte sich mit diesem Resultat hochzufrieden, zumal das Bike des Siegers eine extrem leichte Zweitaktmaschine ist und die BMW G 450X eine echte großvolumige Enduromaschine.
Gerhard Forster fuhr ebenfalls sein eigenes Rennen, erreichte als 9. das Ziel und damit das angestrebte Topten-Resultat. Von 500 Startern beim HareScramble sahen nur 20 die Zielflagge.

Erzberg HareScramble
1. Tadeusz Blazusiak (POL), 1:41,46
2. Graham Jarvis (GBR), 2:22,05
3. Andreas Lettenbichler (GER), 2:25,17, BMW Motorrad Motorsport
4. Ben Hemingway (GBR), 3:27, 48
5. Cory Graffunder (CAN), 3:37,50
6. Rory Mead (NZL), 3:38,02
7. Dan Hemingway (GBR), 3:54,24
8. Chris Birch (NZL), 3:55,01
9. Gerhard Forster (GER), 3:58,21, BMW Motorrad Motorsport
10. Kyle Redmond (USA), 4:08,49

Hell´s Gate 2009

Ich wusste immer, dass das Hell’s Gate hart wird, aber so hart habe ich es mir nicht vorgestellt. Nirgendwo auf der gefrorenen Strecke konnte man sich ein bisschen erholen, sondern man musste immer hundertprozentig konzentriert fahren. Ich bin überglücklich, ins Ziel gekommen zu sein und habe die Herausforderung genossen. Aber es war hart.
Der siebte Rang im Training heute morgen war großartig und brachte mich für das Hauptrennen in eine richtig gute Position. Im Rennen hatte ich keine größeren Probleme, und das Motorrad lief perfekt. Ich machte so viel Druck, wie ich konnte und lag lange Zeit auf Platz fünf, doch gegen Ende ließen einfach die Kräfte nach. In der Nacht auf der rutschigen Strecke zu fahren, war eine echte Herausforderung. Als ich den Hell’s Peak erklommen hatte, war ich aber wirklich erleichtert.“

Hell’s Gate ‘09

1. Taddy Blazusiak (KTM); 2. Alessandro Botturi (KTM); 3. Dougie Lampkin (Beta); 4. Graham Jarvis (Sherco); 5. Tom Sagar (Husaberg); 6. Andreas Lettenbichler (BMW Motorrad Motorsport); 7. Piero Sembenini (Gas Gas).

Indoor Enduro Barcelona 2008

Das Rennen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es war ein richtig schwerer Kurs mit einer guten Mischung aus schnellen Passagen und technischen Sektionen. Die Rennen gingen zwar jeweils nur über viereinhalb Runden, aber das war trotzdem unglaublich anstrengend. Mein Ziel war es, die Finalläufe zu erreichen. Das hab ich geschafft. Ich habe dann versucht, mein Bestes zu geben, ohne mir größere Fehler zu erlauben. Der erste Finallauf war mein bester, da hab ich mich richtig gut gefühlt. In den beiden anderen bremsten mich einige Fehler. Es war trotzdem eine tolle Veranstaltung, und ich freue mich darüber, dass ich es in die Finals geschafft habe.

Results
– Barcelona Indoor Enduro ‘08 Final 1
1. Ivan Cervantes (KTM) 4 laps 5.59:985; 2. Taddy Blazusiak (KTM) 4 laps 6.01:699; 3. Xavi Galindo (KTM) 4 laps 6.04:730; 4. Mika Ahola (Honda) 4 laps 6.06:203; 5. Graham Jarvis (Sherco) 4 laps 6.26:138; 6. Alessandro Botturi (Honda) 4 laps 6.33:688; 7. Greg Evans (KTM) 4 laps 6.48:105; 8. Andreas Lettenbichler (BMW Motorrad Motorsport) 4 laps 6.59:424; 9. Thomas Oldrati (KTM) 4 laps 7.02:073; 10. Marc Sola (Yamaha) 4 laps 7.11:633; 11. Bartosz Oblucki (Husqvarna) 4 laps 7.19:724; 12. Lorenzo Santolino (KTM) 3 laps 6.27:149; 13. Antoine Meo (Husqvarna) 3 laps 6.36:715; 14. Fabio Mossini (Honda) 1 lap 2.26:419

ERZBERG 2008 - Ein voller Erfolg!

Der Erzberg war härter denn je und mit brutalen Gemeinheiten gespickt. Der Gerichtsgraben war der totale Wahnsinn, und die Reitwagen-Klamm setzte noch eins oben drauf. 20 Mann mit Seilen zogen die Fahrer dort rauf. Ohne Hilfe war das nicht machbar. Am 2. Checkpoint brach ich mir die Fußraste ab, und zuguterletzt brach mir im Gerichtsgraben auch noch die Schaltwelle. Ich musste den Rest im ersten Gang fahren. Also hab ich mich kräfteschonend ins Ziel gerettet. War ganz easy...

1. Taddy Blazusiak (POL, KTM), 1:20:13
2. Andreas Lettenbichler (GER, BMW), 1:35:58
3. Paul Bolton (UK, Honda), 1:38:03
4. Cyril Despres (AND, KTM), 1:38:22
5. Kyle Redmond (USA, Christini KTM), 1:42:19
6. Geoff Aaron (USA, Christini KTM), 1:45:32
7. Gerhard Forster (GER, BMW Motorrad Motorsport), 1:46:15
8. Chris Birch (NZL, KTM), 1:47:35
9. Juha Salminen (FIN, KTM), 1:51:19
10. Mark Jackson (UK, KTM), 2:04:45

Erzberg Rodeo XIII - Redbull Hare Scramble 2007

Andreas Lettenbichler
Nachdem Andreas Lettenbichler (Team BMW) im Prolog auf dem Prototypen von BMW (BMW 450er Einzylinder) noch den 19. Platz erreicht hat musst er sich leider im Rennen aufgrund technischer Probleme mit dem 68. Platz zufrieden geben. Auch sein Teamkollege Chris Pfeiffer ereilte das gleiche Schicksal - allerdings erst 2. Checkpoints später (Platz 39).

zu den Fotos
Ergebnislisten: www.erzberg.at


Auftakt zum Erzberg 2007, dieses Mal auf BMW G450X

BMW G450X
Andreas Lettenbichler startet diese Jahr wieder beim Erzberg Rodeo XIII vom 7. bis 10.Juni 2007.

Er wird dieses Jahr für das BMW-Werksteam an den Start gehen.

www.bmw-motorrad.de
www.erzberg.at